André Leroi-Gourhan nach Michel Serres

Oktober 18th, 2008

Jedesmal, wenn ein Organ - oder eine Funktion - sich von einer alten Verpflichtung befreit, erfindet es etwas Neues. Als die Pfote oder Hand durch den aufrechten Gang von der drückenden Last des Stützens oder Gehens befreit ist, verändert sie sich; sie wird zum Greiforgan und formt schließlich das Werkzeug; als Mund, Kinn oder Maul durch die aufrechte Körperhaltung von der vitalen Notwendigkeit des Zupackens befreit sind, da beginnen sie zu sprechen. Das Gedächtnis befreit sich gleich dreimal: bei der Entstehung der Schrift, durch die Entdeckung des Buchdrucks und nun durch den Computer. Wer vermag zu sagen, was die Erfindung der Geometrie der Entstehung der Schrift verdankt? Wer vermag zu sagen, was die Experimentalwissenschaften dem Buchdruck verdanken? Zu welchen Neuerungen wird das dritte Vergessen führen? Und zu welcher neuen Verfügbarkeit erhebt unsere Sprache ihre Wiedergeburt?

aus Michel Serres, in “Die fünf Sinne” zitiert nach Hartmann, Frank; Rieder, Bernhard: Der Pirat des Wissens ist ein guter Pirat. Online zugänglich bei Telepolis.


Zauberhafte Klangmaschinen [veranstaltungshinweis]

September 22nd, 2008

Gestern wurde eine vielversprechende Ausstellung vom Institut für Medienarchäologie (IMA) in der Kulturfabrik Hainburg eröffnet: Zauberhafte Klangmaschinen

“Die Ausstellung ZAUBERHAFTE KLANGMASCHINEN erzählt die Geschichte und die Geschichten der Klangerzeuger, Klangspeicher und der Klangübertragung. Die groß angelegte Schau erweckt Ariston, Mellotron, Rhythmikon und viele andere zum Teil vergessene Klangmaschinen aus ihrem Dornröschenschlaf und macht sie in einem interaktiven Ausstellungsparcours für Jung und Alt, für Laien und Experten spielerisch erlebbar.

ZAUBERHAFTE KLANGMASCHINEN ist eine Ausstellung wider das Vergessen. Mithilfe der präsentierten Objekte zeichnet das IMA Institut für Medienarchäologie eine exemplarische Geschichte unseres Medienzeitalters nach – unter besonderer Berücksichtigung technischer wie musikalisch-künstlerischer Entwicklungen. Die ausgestellten Objekte bezaubern durch ihre Geschichten, Konstruktionen und die mit ihnen verbundenen Visionen ihrer Erfinder und Benutzer.”

(Quelle: http://www.ima.or.at/klangmaschinen/)

Sicherlich einen Besuch wert!

Die Ausstellung läuft noch bis 19. 4. 2009 in der Kulturfabrik Hainburg, Kulturplatz 1 bzw. Donaulände 33, 2410 Hainburg/Donau. Täglich jeweils von 10-17h. Mehr dazu: http://www.ima.or.at/klangmaschinen/


Eine kleine Auswahl sehenswerter Animationsfilme (1)

September 19th, 2008

Elephants Dream (2006):Ziemlich eigenwilliges Storytelling mit nettem Technikflair.

Kiwi (2006): Eine Masterarbeit die sogar rezipiert wird! Folgend die Mad World-Version, das Original gibt es hier.

Vincent (1982): Tim Burtons Hommage an Vincent Price. Großartig!


17 Jahre im Zeitraffer

September 19th, 2008

Wie würde es wohl aussehen wenn man über 17 Jahre jeden Tag ein Foto von sich macht und dann in Zeitraffer abspielt?


AMD und Netbooks

September 16th, 2008

Netbooks gehören zweifellos zu den angesagtesten Technikgadgets des Jahres. Momentan setzen die meisten Netbook-Hersteller (Asus, MSI, Acer, etc.) auf Intel Prozessoren, vereinzelt werden auch kommen auch Via Chipsätze (Hp 2133) zum Einsatz. AMD hingegen ist im Segment der Kleinstnotebooks bisher kaum vertreten. Wer aber nun davon ausgeht, dass der Herstellter darum bemüht ist möglichst schnell mit angepassten oder neuen Produkten in den Netbookmarkt einzusteigen, den wird das folgende Video sicherlich wundern - Pat Moorhead, der Vize-Präsident der Advanced Marketing Division bei AMD zeigt, wie PR nicht laufen sollte:


Large Hadron Rap

September 15th, 2008

Dieses, von eifrigen CERN-Mitarbeitern entwickelte, Video, erfreute sich, kurz vor dem Start des Teilchenbeschleunigers in der letzten Woche, großer Aufmerksamkeit. Mittlerweile ist das Experiment in Genf, bis auf eine Hacker-Attack, reibungslos angelaufen und der Untergang der Welt muss wohl wieder einmal verschoben werden.


Frankfurter Wettbewerbe 1933

September 1st, 2008

“Wir schreiben das Jahr 1933. Die nationalsozialistische Machtergreifung drückt auf das Gemüt der Frankfurter Schule. Um die Stimmung unter seinen kritischen Mittheoretikern anzuheben, veranstaltet Max Horkheimer einen Wettbewerb. Jeder schreibt einen Satz, und Sieger soll sein, wer unter Missachtung stilistischer Anstandsregeln das Reflexivpronomen “sich” so nah wie möglich ans Ende eines Satzes rücken kann. Alle machen mit, wobei die Beiträge widerspiegeln, wie treu sich die Spielger an die Grundprinzipien der Frankfurter Schule halten. Habermas scheidet gleich zu Beginn aus, weil er nicht versteht, worum es geht, Erich Fromm, und Herbert Marcuse kommen nicht weit, doch Benjamin und Horkheimer schlagen sich wacker. Sieger ist - natürlich - Adorno mit dem unübertreffbaren Autologismus: “Das unpersönliche Reflexivum erweist in der Tat noch zu Zeiten der Ohnmacht wie der Barbarei als Kulminationspunkt und integrales Kriterium Kritischer Theorie sich.”"

zitiert aus: Winthrop-Young, Geoffrey. Friedrich Kittler: Zur Einführung.Dresden: Junius, 2005, S. 62.


Museum of Media History - Google Epic 2015

Juni 27th, 2008

Eigentlich schon ein paar Jahre alter Story, aber da es für mich neu war, poste ichs trotzdem. Die Kommentare überlasse ich dem Leser :)

Deutsche Version auf Youtube, und die Englische originalversion hier.


The Trons

Juni 21st, 2008

Normalerweise warne ich immer, wenn es bei einem Video sinnvoll scheint die Boxen vorsichtshalber etwas leiser zu drehen. In diesem Fall gilt aber die gegenteilige Empfehlung: Dreht die Boxen auf und lauscht den Trons. Ham (Gesang und Gitarre), Wiggy (Gitarre), Swamp (Schlagzeug), Fifi (Keyboard) heizen ganz ordentlich ein. Auch eine Myspace-Seite hat die Band bereits. Viel Spaß!


Das Penismonster

Juni 20th, 2008

Vor einiger Zeit wurde an dieser Stelle auf die New Yorker Conference 2007 verlinkt und argumentiert, dass die von den Spielern selbst modellierten Figuren eine Art Eigenleben entwickeln würden, die nicht mehr auf Objekte der weltlichen Realität verweisen würden.
Eine dieser Design-Kreationen hat es mittlerweile geschafft eine Berühmtheit zu werden und das möchte ich euch wirklich nicht vorenthalten.

Was wiederum die folgende These bestätigt:

Mehr zum Thema gibt es bei Ernst Corinth auf Telepolis zum nachlesen.