Obwohl dies in erster Linie ein Blog zu Kultur und Theorie im Spielfeld von science & technology ist, soll die folgende Passage nicht ausgespart werden:
Das Kühe Wohlstand symbolisierten und eine der ersten Naturalwährungen darstellten, verdanken sich zudem die wichtigsten Grundbegriffe des Kapitalismus der Viehhaltung – nicht zuletzt das Wort “Kapitalismus” selbst: Es hat denselben Ursprung wie der englische Ausdruck für Kühe, cattle. Beide Wörter kommen von dem lateinischen caput, Kopf. Wer zu römischen Zeiten viele Köpfe sein Eigen nannte, wer also eine große Anzahl von Kühen besaß, der war im ursprünglichen Sinn des Wortes ein Kapitalist.
[Werner, Florian. Wie das Gescherr, so der Herr. aus: Die Zeit, Ausgabe 6/2009, S. 31]
Im Februar erscheint übrigens auch Florian Werners Buch Die Kuh – Leben, Werk und Wirkung. Das sich daran vielleicht auch interessante theoretische Brocken liegen könnten zeigt noch das folgende Zitat:
Hochleistungskühe vom Typ der Holstein-Friesian geben heute innerhalb von zwei Wochen mehr Milch als ein preußisches Rind Anfang des 19. Jahrhunderts im Lauf eines ganzen Jahres. Ihre Vermehrung geschieht vorwiegend durch künstliche Besamung oder durch Embryonentransfer, besonders ertragreiche Spitzenexemplare werden durch Klonung exakt kopiert. Kühe sind, in den Worten des Philosophen Vilém Flusser, “effiziente Maschinen zum Verwandeln von Gras und Milch”.
[ebda.]